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Neoliberalismus: Hüllwort für Wirtschaftstheorie und Politik (also im Ergebnis Gesetzgebung) des allmählich vollständig monopolisierten, von US-Eigentümern durch ihre mehrheitlichen Anteile kontrollierten Kapitals. Das Wort bzw. sein Einsatz verfolgt offenbar zwei Zwecke: 1) Ablenkung vom längst eingetretenen Vollzug der Monopolisierung, da im Kontext der Wirtschaftstheorie »Liberalismus« traditionell mit »Markt« und »Konkurrenz« verknüpft ist; das Monopol hat davon nur die Arbeitskraft als einzige Ware übriggelassen, wodurch der Begriff ~ faktisch auf »rüde Lohnsenkung« hinausläuft. Dadurch erhält er eine negative Konnotation und suggeriert gleichzeitig einen »starken«, d.h. vom Volk unkontrollierten Staat als einzigen Nothelfer dagegen, obwohl dieser de facto längst arbeitsteilig mit dem monopolisierten Kapital verschmolzen bzw. von der US-Regierung abhängig geworden ist; 2) wird durch diese ökonomistische Begriffsverengung und zugleich negative Konnotation der klassische (auf kapitalistischer Konkurrenz fußende) Liberalismus mit all seinen bürgerlichen Werten – Gleichheit vor dem Gesetz, Entfaltung der Persönlichkeit, Meinungsfreiheit, Rationalität der Debatte usw. – aus der Erinnerung gedrängt und madig gemacht. Diese Werte – besonders ihr namengebender Kernwert, die persönliche Freiheit (libertas) – sollen vom Begriff des Liberalismus mittels des Wortgebrauchs von ~ möglichst abgespalten und dann vergessen, aber auch mit negativen Konnotationen infiziert werden.

 

 
Literaturempfehlung: Reinhard Kühnl, Formen bürgerlicher Herrschaft, Hamburg 1971 (rororo aktuell)

 
 
 

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