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Physik: (gr. , »die natürlichen [sc. Dinge]«): Wissenschaft von den Eigenschaften der Materie und deren Folgen (bzw. ihre Erforschung). Jener Teil, der sich mit den Folgen der Unterschiede zwischen den äußeren Elektronenschalen ihrer zu Atomen zusammengesetzten kleinsten Bestandteile beschäftigt, wird als Chemie von ihr abgetrennt. Alle diese Folgen der Eigenschaften der Materie heißen Naturgesetze; ihre Kenntnis erlaubt die Vorhersage der Wirkungen des von zusätzlichen Faktoren abgeschirmten Zusammentreffens von Materiemengen bekannter Beschaffenheit. Dadurch haben Fortschritte der ~ nahezu immer früher oder später auch Fortschritte der Technik zur Folge.
     Die Geschichte der ~ beginnt überraschend früh in Europa (daher der altgriechische Name); an keiner anderen Stelle der Welt, auch nicht in den höchstentwickelten Hochkulturen, wurde die Erfassung und Analyse der Natur jemals systematisch und bewußt rational betrieben. Schon im 5. Jh. v.d.Z. gelang – mit rein logischen Mitteln auf der Basis ziemlich einfacher Beobachtungen – Leukipp oder Demokrit in der Kleinstadt Abdera der Nachweis, daß ausnahmslos alles Existierende aus Atomen verschiedener Sorte besteht, wobei die Zahl dieser Sorten begrenzt ist; damit waren die wechselnden »Urstoff«-Theorien, »Vier-Elemente-Lehre« u.ä. der Frühantike überwunden und der Grundstock der ~ gelegt. Von da an machte die ~ bis tief in die Spätantike hinein mancherlei Fortschritte, erlebte aber keinen explosionsartigen Aufschwung, weil sie sich (aus umstrittenen Ursachen heraus) nie oder kaum mit der Technik verband. Im Mittelalter schwand das erreichte physikalische Wissen radikal aus dem öffentlichen Bewußtsein einschließlich desjenigen der relativ Kenntnisreichsten; erst die Renaissance und damit die beginnende Neuzeit brachte eine ebenso radikale Wende, wobei die Anknüpfung an den untergegangenen Stand der Antike in erster Linie über die nur in 2 Exemplaren überlebenden Schriften des Lukrez verlief. Diesmal verknüpfte sich die ~ sofort und untrennbar mit der Technik, was sehr bald die jahrhundertelange Dominanz Europas auf dem ganzen Globus bewirkte; die Fortschritte der ~ sind seither bis auf den heutigen Tag kontinuierlich weitergegangen, obwohl angesichts der sehr hohen Kosten grundlegend weiterführender physikalischer Forschung das allmählich weltweit eingetretene Ende militärischer und ökonomischer Konkurrenz ein Einschlafen und Absterben dieser historisch fast nur aus jener Quelle angetriebenen Fortschritte befürchten läßt.


 
 
 

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