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pflanzlich: aus Pflanzen hergestellt (allg.: zu Pflanzen gehörig). 
     Das Wort soll oft, insbesondere bei Medikamenten, entweder eine besondere Wirksamkeit oder eine ungewöhnliche Freiheit von Nebenwirkungen suggerieren. – Tatsächlich können alle Medikamente ausschließlich durch die in ihnen enthaltenen Stoffe ihre erwünschten oder unerwünschten Wirkungen entfalten, gleichgültig, ob sie synthetisiert wurden oder aus irgendwelchen Substraten, meist Pflanzen, welche sie im Laufe ihrer Entwicklung selber synthetisierten, extrahiert wurden. Unter zwei Bedingungen können Pflanzenextrakte von Menschen synthetisierten Stoffen als Medikamente überlegen sein:
     1) Wenn die Synthese des gesuchten Wirkstoffs noch nicht gelungen ist (z.B. weil seine chemische Analyse noch aussteht)
     2) Wenn mehrere Wirkstoffe im Spiel sind, deren Wirkung empirisch beobachtet werden konnte, ihre Anzahl, ihre vollständige Identität oder ihr Mengenverhältnis aber noch unbekannt ist.
     Da diese Bedingungen immer seltener vorliegen, muß bei berichteter höherer Wirksamkeit von »reinen« Präparaten gegenüber inhaltsgleichen synthetischen mit Suggestionseffekten gerechnet werden (Placebo); die einzige alternative Erklärung kann nur das Vorliegen noch unentdeckter zusätzlicher Wirkstoffe in den verwendeten ~en Substraten sein, was aufgrund weitgetriebener Forschung zurückgeht.
     Die seit den ersten Menschen bestehende Kenntnis von Giftpflanzen sollte verhindern, ~e Substanzen für grundsätzlich ungefährlicher zu halten als alle anderen. Ebensowenig freilich sind sie bei entsprechender Aufbereitung anderen notwendigerweise unterlegen; schon aus Kostengründen werden nach wie vor zahlreiche Medikamente aus Pflanzen gewonnen. Bei Genußmitteln können auch ästhetische Gründe und Gewohnheiten zur Bevorzugung ~er Substrate vor geschmacksgleichen synthetischen Stoffen führen, z.B. bei Vanilleschoten.  


 
 
 

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